Das Prinzip der Methode und ihre Wirkung
Die Hefelagerung, im Französischen als sur lie und im Spanischen als sobre lías bezeichnet, ist der Ausbau des fertigen Weins im Kontakt mit dem nach der Gärung verbliebenen Hefesatz. Sobald die Hefezellen ihre Arbeit – die Umwandlung von Zucker in Alkohol – beendet haben, sterben sie ab und sinken zu Boden. Dieses Sediment besteht aus Traubenhäuten, Fruchtfleisch, Weinstein und vor allem aus inaktiven Hefezellen.
Statt den Wein sofort zu filtrieren, belassen Winzer den Jungwein im Kontakt mit diesem Hefesatz. Während des Ausbaus zersetzen sich die Hefezellen allmählich und geben organische Verbindungen an den Wein ab. Dieser Prozess bereichert den Geschmack, macht ihn dichter, runder und schmelziger und schützt den Wein gleichzeitig vor vorzeitiger Oxidation.